Denkmal & Historie
Die Stadt Bruchsal hat eine weit zurückreichende und zugleich wechselhafte Geschichte hinter sich. Erstmals im 1. Jahrtausend erwähnt, wurde Bruchsal zum Ende des 17. Jahrhunderts gleich zweimal niedergebrannt. Einige Jahrzehnte später hatte sich die Stadt bereits wieder erholt und es entstand die weitläufige barocke Schlossanlage im Zentrum der Residenzstadt der Fürstbischöfe von Speyer. Ebenso entstanden in dieser Zeit das Belvedere und die Peterskirche. Um das 18. Jahrhundert war das beschauliche Städtchen ein Tummelplatz für Baumeister, Musiker, Künstler, Adelige sowie alle anderen Menschen und Dingen, die zu einem kleinen Hofstaat gehörten. Im Zuge der europäischen Neuordnung durch Napoleon Bonaparte im 19. Jahrhundert wurde Bruchsal dem Großherzogtum Baden zugeordnet. Dadurch verlor Bruchsal an Bedeutung, dies führte zu einer kontinuierlichen Verarmung der Bevölkerung. Ein letzter höfischer Glanz blieb durch die badische Markgräfin Amalie, die Schwiegermutter Europas, erhalten, sie erkor das Bruchsaler Schloss als einen ihrer Witwensitze.
Mitte des 19. Jahrhunderts wurde Bruchsal ein Eisenbahnknotenpunkt, durch die Verbindung von Karlsruhe nach Heidelberg und die Industrieansiedlung. Geprägt war die Industrialisierung in Bruchsal durch Tabak-, Malzfabriken und die Eisenbahn.
Im Zweiten Weltkrieg wurde 80% Bruchsals durch ein Bombardement völlig zerstört. Die darauffolgenden Jahre waren wieder einmal vom Wiederaufbau geprägt.
Von der Mälzerei über Tabakfabrik und Möbelhaus zu einzigartigen Wohnungen
Die industrielle Revolution neigt sich in Deutschland bereits dem Ende und geht in die Phase der Hochindustrialisierung über. Das agrarisch geprägte Land wandelt sich im Späten 19. Jahrhundert bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges in einen Industriestaat. In dieser Phase siedelt sich neben vielen Industrieunternehmen in Bruchsal auch die Malzfabrik in der Kaiserstraße 27 an. Bis in die Weimarer Republik hinein wurden hier Malze erzeugt. Davon zeugen heute noch die beiden Kuppel im Vorderen Teil des Gebäudes. Sie bildeten den oberen Abschluss der Darren, die in je einen Kamin mündeten. Im Laufe der 1930er Jahre wurde die Mälzerei in eine Tabakfabrik umgebaut. Hier wurde der im Kraichgau angebaute Tabak weiterverarbeitet. Ende des 20. Jahrhunderts wurde die Tabakfabrik erneut einer neuen Nutzung zugeführt. Bis vor einigen Jahren diente das Gebäude einem Möbelhändler als Lager- und Verkaufsfläche.